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Informierter Handel an Finanzmärkten

Christoph Fricke

An Finanzmärkten werden Investoren als informierte und uninformierte Anleger klassifiziert. Die Unterteilung erfolgt mittels des von Investoren induzierten Preiseinflusses auf Finanzprodukte. Steht der Handel von Finanzprodukten systematisch mit zukünftigen Preisbewegungen in Verbindung, so wird von informiertem Handel gesprochen. Diese Art von Handel sorgt für die Preisanpassung von Finanzprodukten, die durch Konjunkturdaten, z.B. Inflation oder Arbeitslosigkeit, hervorgerufen werden kann. Der Handel durch uninformierte Investoren weist keinen systematischen Zusammenhang zu späteren Preisen auf. Diese Personengruppe führt unregelmäßige Käufe und Verkäufe von Finanzprodukten durch und stellt teilweise Liquidität auf Finanzmärkten bereit. Aus finanzwirtschaftlicher Sicht ist ein tieferes Verständnis der Intensität des informierten Handels wünschenswert, um die auf Finanzmärkten zu beobachtenden Preisdynamiken und die Verarbeitung von Informationen aus Konjunkturdaten zu verstehen.

In diesem Zusammenhang wird die Intensität des informierten Handelns auf dem deutschen Anleihenmarkt (gemessen in Prozent des gesamten Handels) über ein „Asymmetric Autoregressive Conditional Duration (AACD)-Modell“ geschätzt. Hierzu werden die Handelstage in 15-Minuten-Intervalle unterteilt, um Veränderungen innerhalb eines Handelstages erkennen und erklären zu können. Erste Ergebnisse weisen darauf hin, dass insbesondere die Veröffentlichung von US-amerikanischen Konjunkturdaten zu einem starken Anstieg des informierten Handelns führt (siehe Grafik).

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Dr. Paul Cochrane, Letzte Änderung: 25.02.2011
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