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RRZN-Handbücher – Eine Erfolgsstory

Über 180 Hochschulen machen seit 30 Jahren gemeinsame Sache:
Über 3 Millionen IT-Handbücher

PowerPoint oder CorelDraw, Excel oder PhotoShop, Linux oder vielleicht Netzwerke – suchen Sie als Studierende bzw. Hochschulmitarbeiter ein gutes Handbuch, das Anfänger (manchmal auch Fortgeschrittene) an die Hand nimmt, in die Welt der Computer einführt und noch dazu verständlich geschrieben ist? Das Regionale Rechenzentrum für Niedersachsen (RRZN) der Universität Hannover ist die richtige Quelle. Bisher hat es mehr als drei Mio. Computerbücher aufgelegt. Und das ist kein Wunder! Denn die Handbücher zeichnen sich nicht nur durch ihre Kompetenz aus. „Die vom RRZN herausgegebenen Broschüren sind hervorragend geeignete Lehrmaterialien, die zudem zu einem recht günstigen Preis abgegeben werden können“, freut sich Architektur-Prof. Gerken von der Universität Hannover.

Warum Bücher?
Ketzerische Frage: Benötigt man denn eigentlich noch EDV-Bücher in dieser Zeit?

Aber ja! „Die Funktionalität von PCs hat in den letzten Jahren stark zugenommen, und das hat die Fortschritte in der Bedienbarkeit überkompensiert“, so der führende deutsche Arbeitswissenschaftler Prof. Bullinger. Konsequenzen? Studierende suchen händeringend nach guten und preiswerten Anleitungen auf Papier, Dozenten suchen nach Büchern als Vorlesungsskripten – keine dicken, für Studierende unerschwinglichen Wälzer, sondern preisgünstige Werke im Umfang eines Semesterstoffes.

Und auch die „selbsterklärenden“ Programme kommen nicht ohne Begleittexte aus.

Die Nachfrage nach Büchern steigt, obwohl manche Texte zusätzlich oder nur noch elektronisch angeboten werden („Online-Dokumentation“).

Vor über 28 Jahren begann die Kooperation
Die Geschichte der RRZN-Handbücher begann 1982. Damals wandte sich die Technische Hochschule Aachen an das RRZN mit der Bitte, ob sie 300 Exemplare eines Vorlesungsskriptes über die Programmiersprache Fortran haben könne. Das brachte Dipl.-Math. Wilhelm Noack vom RRZN auf die Idee: Wir könnten (Vorlesungs-)Skripte, die ohnehin an den Rechenzentren jedes Bundeslandes entstehen, zentral sammeln, aufbereiten und interessierten Hochschulen zur Verfügung stellen. So ließe sich vor allem doppelte Arbeit vermeiden. Gesagt, getan!

Heute kooperiert das RRZN mit über 180 Hoch- und Fachhochschulen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Sie beteiligen sich nicht nur als Abnehmer großer Stückzahlen, sondern auch als Lektoren und Autoren. Sie begutachten Texte und liefern Korrekturvorschläge, schreiben Teiltexte zu neuen Publikationen und verfassen komplette Schriften, die dem RRZN zum Druck und zur Verbreitung überlassen werden. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie das RRZN es schafft, so viele verschiedene Leute zu einer geregelten Zusammenarbeit zu bewegen“, zollt Dr. Jutta Weisel vom Hochschulzentrum der Universität Marburg den Hannoveranern Anerkennung.

Auch durch Kooperation zwischen Unis/FH ist ein Gebiet kaum zu bewältigen: die Dokumentation der PC-Anwendersoftware, die in ihrer Vielfalt und Vielzahl und Änderungshäufigkeit ihresgleichen sucht. Deshalb hat das RRZN 1994 einen Lizenzvertrag mit dem Herdt-Verlag ausgehandelt, der den RRZN-Nachdruck der stets aktuellen Herdt-Titel zu niedrigen Preisen ermöglicht – diese sehr günstigen Konditionen werden mit der Restriktion erkauft, die Nachdrucke ausschließlich Mitgliedern staatlicher Hochschulen zu deren eigenem Gebrauch zu überlassen.

Die Paperback-Bände haben äußerst studentenfreundliche Preise. Nicht nur die hohen Auflagen und das schlicht gehaltene Erscheinungsbild machen die kostengünstige Produktion möglich. Vor allem sind es die Hochschul-Autoren und -Lektoren selbst: Keiner von ihnen erhält ein Honorar. „Verdienen können die Leute bei uns nichts, außer natürlich einer Menge Ruhm", sagt W. Noack, der die Kooperation nicht nur vor über 28 Jahren initiierte, sondern seither auch koordiniert.

Diese Kooperation ist eine Erfolgsstory: Über 250 Titel mit einer Gesamtauflage von mehr als 3 Millionen Exemplaren sind bisher erschienen – ein gewaltiger Know-how-Transfer für Studierende, Dozenten und Mitarbeiter an über 180 Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

RRZN-Handbücher an Ihrer Hochschule
Das RRZN beliefert - ob des großen Interessentenkreises – „nur“ eine (!) Institution je Universität/Fachhochschule. In den meisten Fällen handelt es sich um das Hochschulrechenzentrum (HRZ), das demzufolge Sammelbestellungen für die gesamte Hochschule durchführt und die Bücher zum Verkauf bereithält. Welche Titel Ihre Hochschule anbietet, richtet sich nach einer Vielzahl von Faktoren, insbesondere nach dem Ihrem HRZ gegenüber bekundeten Interesse aus den Instituten.

Ein weiterer Faktor ist die Verfügbarkeit in Hannover. Die Anzahl und die Auflagenhöhe der RRZN-Handbücher haben fortlaufend erheblich zugenommen. Aus Platz- und auch aus finanziellen Gründen kann das RRZN nicht alle Titel aus dem Gesamtprogramm dauernd auf Lager halten, sondern abwechselnd ca. 50 Stck.

Titel, die selten gefragt sind, werden u. U. nur einmal im Jahr gedruckt. Fehleinschätzungen der Bestellmenge durch Ihr HRZ können dann zu Ladenhütern (Pech Ihres HRZ) oder frühzeitigem Ausverkauf (Ihr Pech) führen. Krone der Unkalkulierbarkeit sind komprimierte Nachfragen von 30 oder gar 120 Exemplaren eines Titels, wenn dieser in einer Vorlesung als Begleit- oder Basislektüre empfohlen wird, ohne dass Ihrem HRZ vorher „ein Wink“ gegeben worden ist. Dozentinnen und Dozenten, die solche Empfehlungen aussprechen wollen, werden daher dringend gebeten, dem HRZ rechtzeitig, d.h. drei – besser sechs – Monate im voraus, ihre Absicht mitzuteilen. Merkhilfe: Sie können ja auch nicht jederzeit beim Discounter einen preisgünstigen PC erwerben. :-) Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Ausgabe der Handbücher in Ihrer Hochschule

Wo Sie in Ihrer Hochschule RRZN-Handbücher erhalten, finden Sie in der Bezugsquellenliste

www.rrzn.uni-hannover.de/bezug.html

Falls Ihre Hochschule dort nicht vertreten ist, regen Sie doch die Teilnahme auch Ihrer Hochschule an der Kooperation an.

Ihre Mitarbeit an der Kooperation

Damit auch Ihre Hochschule weiterhin von dieser Kooperation profitieren kann, sind alle Interessierten zur Mitarbeit aufgerufen: Professoren, Dozenten, Mitarbeiter, Studierende. Setzen Sie sich bitte mit Ihrem HRZ in Verbindung.

Sie können als Autor an der Kooperation teilnehmen – wenn Sie ein eigenes Skript haben, dessen Gebiet bisher noch nicht von einem RRZN-Titel abgedeckt ist.

Ein Buch zu schreiben, ist allerdings nicht jedermanns Sache. Aber als kritischer Leser kann sich jeder betätigen. Gerade die Qualitätskontrolle hat in dem Entwicklungsprozess eines Handbuches einen hohen Stellenwert, um die fachliche Korrektheit, Vollständigkeit und Didaktik zu prüfen. Denn die Handbücher sollten auch künftig so gut ankommen wie bisher. „Fan-Post" jedenfalls gibt es reichlich. Und ein Informatiker aus Wien hat es wohl auf den Punkt gebracht: „Die RRZN-Skripten sind einfach Spitzenklasse."

Weitere Infos im Web

Weitere Infos über die Handbücher finden Sie über das Navigationsmenü in der linken Spalte dieser Seite unter "Handbücher". Insbesondere ist dort zu jedem Titel eine eigene Web-Seite mit dem Inhaltsverzeichnis, Bewertungen von Hochschul-Mitarbeitern, manchmal Leseproben und Übungsdateien eingerichtet.

(Dieser Artikel basiert in weiten Teilen auf einem Beitrag der HAZ-Redakteurin Julia Kaune in der HAZ vom 19.1.2000)

Foto mit dem ersten Autor eines RRZN-Handbuchs

»Der Herr der Bücher«: Dipl.-Math. Wilhelm Noack,
Initiator und Koordinator der Kooperation der Hochschulen auf dem Gebiet der EDV-Dokumentation.

 

Der erste Autor eines RRZN-Handbuches ;-)

Letzte Änderung: 20.12.2011
 
Verantwortlich RRZN